Bundessiegerin Jana Siedle
Alljährlich messen sich die besten Absolventinnen und Absolventen einer handwerklichen Ausbildung. Die Dachdeckerin Jana Siedle aus Furtwangen konnte sich nach dem Kammer- und Landeswettbewerb nun auch beim Leistungswettbewerb des Deutschen Handwerks (Profis leisten was – PLW) auf Bundesebene mit ihrem Gesellenstück bzw. einer Arbeitsprobe durchsetzen.
Die Kreishandwerkerschaft Schwarzwald-Baar gratuliert herzlich zu diesem Erfolg!
Jana Siedle aus Furtwangen ist Dachdeckerin aus Leidenschaft. Bereits in ihrer Schulzeit, im Alter von 13 Jahren, hat die heute 22-Jährige das Dachdeckerhandwerk beim „Girls-Day“ für sich entdeckt und regelmäßig in den Ferien Praktika in ihrem späteren Ausbildungsbetrieb in Furtwangen absolviert. Dass sie in einem echten Männerberuf arbeitet, das macht ihr nichts aus. „Ein Bürojob wäre für mich gar nichts gewesen“, winkt sie ab. Gerne geht sie hoch hinauf auf die Dächer – zumindest so lange, wie es die Witterung im Schwarzwald noch zulässt. „Steildächer machen wir im Winter nicht. Aber als Dachdecker ist man viel an der frischen Luft, hat immer wieder neue und andere Baustellen und kann gemeinsam mit den Kollegen im Team wirklich tolle Aufgaben bewerkstelligen“, sagt Jana Siedle über ihren Beruf. Frauen im Handwerk sind für sie eine Selbstverständlichkeit. Doch ob sie immer als Dachdeckerin arbeiten möchte, da ist sie noch unentschlossen. „Wenn man Familie möchte, dann wird das vielleicht schwierig. Aber es gibt ja so viele Möglichkeiten sich weiterzubilden oder zu studieren, beispielsweise Bauingenieurwesen. Mit einer abgeschlossenen Ausbildung im Handwerk hat man viele Optionen“, sagt sie. Ob sie Bauingenieurwesen studiere oder den Bautechniker machen möchte, darauf möchte sie sich jetzt noch nicht festlegen. Eines ist aber klar: „Ich möchte auf jeden Fall erstmal noch im Handwerk bleiben.“
Über den PLW
Der Leistungswettbewerb des Deutschen Handwerks (PLW – Profis leisten was) ist in Deutschland und Europa einzigartig: In über 130 Gewerken messen sich in bis zu vier aufeinander aufbauenden Ebenen die besten Absolventinnen und Absolventen einer beruflichen Ausbildung. Das heißt: Mehr als 3.000 Jugendliche starten deutschlandweit in den Wettbewerb und kämpfen um den Bundestitel in ihrem Gewerk.
Der PLW steht unter der Schirmherrschaft des Bundespräsidenten Frank-Walter Steinmeier. Ausrichter des Leistungswettbewerbs und des Wettbewerbs "Die gute Form im Handwerk – Handwerker gestalten" sind der Zentralverband des Deutschen Handwerks (ZDH) und die Stiftung für Begabtenförderung im Handwerk. Dabei werden sie vom Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz (BMWK) unterstützt.
Gestartet wird auf der Innungs- oder Kammerebene: Die besten Prüflinge des Jahres messen sich in praktischen Aufgaben – dabei gilt es, das ganze Können der Ausbildung abzurufen und das eigene Handwerk unter Zeitdruck zur Perfektion zu bringen. Schon auf der darauffolgenden Landesebene können sich die Siegerinnen und Sieger für ein Weiterbildungsstipendium bewerben, das sie in ihrer Bildungskarriere fördert, etwa bei der Meisterausbildung. Zusätzlich können sich die rund 900 Landessiegerinnen und -sieger in den Bundeswettbewerben messen, die die Fachverbände ausrichten.
Den krönenden Abschluss bildet die große PLW-Abschlussfeier, die in diesem Jahr am 9. Dezember in der Schwabenhalle in Augsburg stattfand.
© ZDH/Peter Fastl & Sascha SchneiderJana Siedle bei der Verleihfeier in Augsburg
© Bernhard BraunDachdeckerin Jana Siedle liebt ihren "luftigen" Beruf als Dachdeckerin

